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Zuletzt aktualisiert: 28. März 2026 · 14 Min. Lesezeit · von Lars Sinsel

Make.com Test 2026: Meine ehrlichen Erfahrungen nach 14 Monaten

Make.com (ehemals Integromat) ist die mächtigste No-Code-Automatisierungsplattform im Vergleich zu Zapier. Mein Test zeigt: wann Make sich lohnt, wo die Grenzen liegen, und ob das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

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Make.com

Kostenlos bis €16/Monat (Core), €29/Monat (Pro)

Jetzt testen

Vorteile

  • Visueller Drag-and-Drop Workflow-Builder — der beste auf dem Markt
  • Deutlich günstiger als Zapier bei gleicher Leistung
  • Fehlerbehandlung und Datenfilter auf Enterprise-Niveau
  • Native Shopify-Integration mit Echtzeit-Trigger
  • Kostenloser Plan mit 1.000 Operationen/Monat

Nachteile

  • Lernkurve ist steiler als bei Zapier
  • Einige Nischen-Apps fehlen noch im Verzeichnis
  • Komplexe Szenarien brauchen Einarbeitung in JSON-Mapping
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Make.com vs. Zapier vs. n8n — Automatisierungstools 2026
Tool Score Preis
Top Make.com (Pro) 9/10 €29/Monat (40.000 Ops)
Zapier (Professional) 7.5/10 €73/Monat (2.000 Tasks)
n8n (Cloud) 8/10 €24/Monat (10.000 Execs)

14 Monate Make.com: Was ich wirklich gelernt habe

Ich bin 2024 von Zapier zu Make.com gewechselt. Nicht aus Neugier, sondern aus Frustration: Zapier hatte mein Konto eingefroren weil ein Szenario zu viele Tasks verbrauchte, und das Upgrade hätte €150/Monat mehr gekostet. Make.com macht dasselbe für €29/Monat.

Das war vor 14 Monaten. Seitdem laufen auf unserem Setup über 40 aktive Szenarien. Bestellungs-Synchronisation, Lagermeldungen an WhatsApp, automatische Rechnungen, Social-Media-Drafts aus Produkt-Updates — die meisten davon würden in Zapier das Dreifache kosten.

TL;DR: Make.com ist die beste Automatisierungsplattform für Shopify-Merchants die mehr als 5 einfache Automationen brauchen. Für eine einzelne simple Verbindung (z.B. “Gmail → Slack”) reicht Zapier Free. Für alles darüber: Make.

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Der visuelle Workflow-Builder: Make’s größter Vorteil

Das erste was du bei Make.com öffnest ist der Scenario-Builder. Zapier zeigt dir eine Liste von Schritten — Make zeigt dir ein Flussdiagramm.

Dieser Unterschied klingt kosmetisch. Er ist es nicht.

In Make siehst du auf einen Blick: Welche Daten fließen wo? Wo verzweigt sich der Workflow? Welches Modul ist gerade das Problem? In Zapier scrollst du durch Schritt-Listen und verlierst den Überblick ab Schritt 5. In Make kannst du 20-Modul-Szenarien noch überschauen weil alles visuell strukturiert ist.

Konkretes Beispiel aus unserer Praxis: Unser Bestell-Szenario hat 12 Module:

  1. Shopify-Trigger “Neue Bestellung”
  2. Filter: Bestellwert > €50 (kleinere Bestellungen laufen anders)
  3. Google Sheets: Bestellung eintragen
  4. Router: Verschickt nach Deutschland oder Österreich? 5a/5b. Unterschiedliche Versanddienstleister-APIs je nach Land
  5. Großhändler-API: Lagerbestand prüfen
  6. Router: Alle Artikel auf Lager? 8a. Slack-Nachricht: “Bestellung bereit” 8b. Slack-Nachricht: “Lagerengpass — Bestellung [ID] prüfen”
  7. Gmail: Bestätigungs-E-Mail an Kunden
  8. Trello: Karte im “Zu versenden” Board

Das ist in 3 Stunden gebaut worden. In Zapier hätten wir das als 3 separate Zaps modellieren müssen wegen der Router-Logik — und mehr bezahlt.

Make.com Preise 2026: Was bekommst du wirklich?

PlanOperationen/MonatPreisFür wen
Free1.000€0Testing, einfache Privatprojekte
Core10.000€16/MoKleine Shops, 2-5 Szenarien
Pro40.000€29/MoShops mit aktivem Betrieb
Teams80.000€64/MoKleine Agenturen
EnterpriseCustomCustomKonzerne

Wie viele Operationen brauche ich? Faustregel:

  • 1 Bestellung mit 5 Automations-Schritten = 5 Operationen
  • 100 Bestellungen/Tag × 5 Schritte = 500 Ops/Tag = 15.000/Monat → Core-Plan knapp
  • 200 Bestellungen/Tag × 5 Schritte = 30.000/Monat → Pro-Plan empfohlen

Mit unserem Shopify-Store (ca. 80-120 Bestellungen/Tag, 40+ Szenarien) sind wir beim Pro-Plan bei ca. 65-70% Auslastung. Gut geplant.

Was Zapier für dasselbe kostet: 15.000 Tasks/Monat bei Zapier = Professional-Plan = €73/Monat. Make Pro = €29/Monat. Ersparnis: €528/Jahr.

Shopify-Integration: Der echte Praxistest

Die Shopify-Integration ist einer der stärksten Trigger in Make — nicht wegen der Anzahl der Optionen, sondern wegen der Datentiefe.

Trigger die wir nutzen:

  • Watch Orders — jede neue Bestellung löst sofort aus
  • Watch Customers — neue Kunden-Registrierung für CRM-Sync
  • Watch Inventory Levels — Lager unter Schwellenwert → WhatsApp-Alert
  • Watch Products — Produkt-Update → automatischer Social-Media-Draft

Actions die wir nutzen:

  • Update a Product — Preis-Updates per CSV ohne Shopify-Import-Prozess
  • Create a Discount Code — automatische Rabattcodes nach Kundenkauf
  • Get Order Details — für Post-Purchase-Sequenzen

Was wir konkret automatisiert haben:

Lager-Synchronisation: Unser Großhändler liefert Bestandsdaten per FTP-CSV alle 6 Stunden. Make lädt die CSV, vergleicht mit aktuellen Shopify-Lagerständen, aktualisiert alle geänderten Produkte und schickt uns eine Zusammenfassung. Vorher: 45 Minuten manueller Arbeit täglich. Jetzt: 0 Minuten.

Post-Purchase-Sequence Trigger: Make erkennt eine neue Bestellung und fügt den Kunden in Klaviyo zur entsprechenden Flow-Sequenz hinzu — kategorisiert nach Bestellwert und Produktkategorie. Klaviyo selbst kann das triggern, aber Make erlaubt uns die Logik-Schicht davor zu steuern. Mehr dazu in unserem Klaviyo Shopify Setup Guide.

Abandoned Cart Alert: Shopify-Webhook bei abgebrochenem Checkout → Make prüft ob der Kunde ein Bestandskunde ist → andere E-Mail-Flow-Route in Klaviyo. Das ist kein Feature das ein Standard-E-Mail-Marketing-Tool alleine lösen kann.

Make.com vs. Zapier: Der ehrliche Vergleich

Ich habe beide Tools parallel genutzt. Hier ist was ich wirklich denke:

Zapier ist besser wenn:

  • Du eine App brauchst die nur bei Zapier existiert (Zapier hat 7.000+ Apps vs. Make’s ~2.000)
  • Du maximal 3 Automatisierungen hast und keinen visuellen Builder brauchst
  • Dein Team ohne Einarbeitung sofort starten muss

Make.com ist besser wenn:

  • Du mehr als 5 Automationen betreibst (Preisunterschied wird massiv)
  • Du komplexe Logik brauchst: Router, Fehlerbehandlung, Schleifen, Array-Operationen
  • Du Shopify als zentralen Hub hast
  • Du mit JSON-Daten arbeitest (Make’s Mapper ist deutlich mächtiger)

Die Wahrheit zum Preis: Zapier ist für einfache Anwendungsfälle nicht teurer weil Zapier mehr kostet — es ist teurer weil dieselbe Aufgabe in Zapier mehr “Tasks” verbraucht als Make “Operationen”. Ein Zapier-Task entspricht oft 3-5 Make-Operationen wenn der Workflow komplex ist. Das macht den echten Preisunterschied noch größer.

Mein Fazit: Für Shopify-Merchants gibt es ab 10+ Automatisierungen keinen vernünftigen Grund mehr für Zapier. Make.com ist günstiger, leistungsfähiger, und die Shopify-Integration ist auf gleichem Niveau.

Die Schwächen von Make.com — ehrlich bewertet

Ich nutze Make täglich, deshalb kenne ich die Probleme:

1. Lernkurve ist real. Der visuelle Builder ist mächtig — aber er verlangt, dass du verstehst wie Datenstrukturen funktionieren. Wenn du noch nie mit Arrays oder JSON gearbeitet hast, wirst du die ersten 2-3 Szenarien frustrierend finden. Zapier ist wirklich einfacher für Einsteiger.

2. Fehler-Debugging kann nervig sein. Wenn ein Szenario in Schritt 8 von 12 Modulen fehlschlägt, zeigt Make dir die Fehlermeldung — aber die Ursache liegt manchmal 4 Module früher im Daten-Mapping. Das braucht Übung zu lesen.

3. Einige Apps fehlen. Spezifische deutsche Tools (z.B. bestimmte Buchhaltungssoftware, lokale Versanddienstleister) sind nur bei Zapier oder gar nicht integriert. Make bietet einen HTTP-Connector für Custom-APIs — aber das braucht technisches Wissen.

4. Performance bei hohem Volumen. Bei Szenarien mit Schleifen über 1.000+ Datensätze (z.B. tägliche Produkt-Updates) kann Make langsam werden. Für Bulk-Operationen empfehle ich dedizierte Datenpipeline-Tools.

Für wen lohnt sich Make.com?

Klares Ja:

  • Shopify-Shops mit mehr als 50 Bestellungen/Monat die manuelle Prozesse automatisieren wollen
  • Online-Händler die Shopify mit Buchhaltung, CRM oder Lagerverwaltung verbinden
  • Content-Ersteller die Social-Media-Workflows automatisieren
  • Kleine Agenturen die Kunden-Reporting automatisieren

Eher Nein:

  • Einzel-Personen mit einer einzigen einfachen Automatisierung (Zapier Free reicht)
  • Enterprise-Unternehmen mit komplexen Compliance-Anforderungen (prüfe Enterprise-Plan)
  • Shops die primär mit Apps arbeiten die noch nicht in Make integriert sind

Make.com einrichten: Die ersten 3 Szenarien

Szenario 1 (Anfänger, 20 Minuten): Neue Shopify-Bestellung → Zeile in Google Sheets einfügen

  • Module: Shopify “Watch Orders” → Google Sheets “Add a Row”
  • Datenfelder mappen: Order ID, Datum, Gesamtbetrag, Kundenname
  • Interval: 15 Minuten (Free Plan) oder sofort (Paid)

Szenario 2 (Mittel, 1 Stunde): Lagerbestand unter X → Slack-Nachricht + E-Mail

  • Module: Schedule → Shopify “Get Inventory Level” → Filter → Slack + Gmail
  • Lernpunkt: Schleifen über mehrere Produkte

Szenario 3 (Fortgeschritten, 2-3 Stunden): Täglicher Verkaufsbericht

  • Shopify “List Orders” (letzten 24h) → Aggregator (Summen berechnen) → Formatierung → Slack oder E-Mail

Für Shopify-spezifische Automationen empfehle ich als Startpunkt unsere Übersicht der besten Shopify Apps — dort findest du welche App-Kombinationen am häufigsten mit Make automatisiert werden.

Make.com bietet kein klassisches Testangebot mit Kreditkarte — der Free Plan ist der echte Einstieg. Über unseren Affiliate-Link bekommst du denselben kostenlosen Plan, wir bekommen eine Provision wenn du später upgradest.

Make.com kostenlos starten

Wenn du Fragen zur Shopify-Integration hast: Schreib mir. Wir nutzen Make täglich und ich helfe dir gerne beim Setup deiner ersten Szenarien.


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